Am Ende schuf der Mensch: Roman | Cover
Das ist kein Original-Foto des angebotenen Exemplares. Abweichungen sind möglich.

Am Ende schuf der Mensch: Roman [hardcover]

von: Gerhard Josef Langer


Gebraucht kaufen

13,99 €*

Gebraucht, Gut 
Versandfertig: sofort

SKU: 3860595_555
Lagerort: Buchmarie, 64293 Darmstadt, Bunsenstr. 14a Regal 41950

Später kaufen

📦
Kostenfreier Versand ab 20 € Bestellwert
Nur noch 20,00 € bis zum kostenfreien Versand innerhalb Deutschlands

*alle Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

ISBN-13: 9783902606402, ISBN-10: 3902606401

hardcover: 336 Seiten

Verlag: Edition Tandem

Erscheinungsjahr: 2010-05-21

Größe: 19,2 cm x 12,4 cm x 3,2 cm

Gewicht: 440 g

Kurzbeschreibung:

Es geht um jüdische Geschichte und jüdische Mythen. Der Beginn des Buches führt

ins Jahr 1941, mitten in die Shoah und zu einer kleinen Gruppe von Menschen, die

versuchen, vor den Nazischergen zu flüchten. Allein der Prolog beschreibt eine

Szene, die den Leser vor Entsetzen einmal das Buch beiseite legen lässt. Doch nach

einer Atempause sollte man die Lektüre unbedingt fortsetzen.

Die Flüchtenden, in der Jetztzeit alte Männer, spielen auch im weiteren Ablauf des

Romans eine Rolle. Doch zentrale Figur des Romans »Am Ende schuf der Mensch

...« von Gerhard Josef Langer ist der nicht-jüdische Professor für Judaistik Michael

Fürst. Er wird, mehr oder weniger zufällig, in eine Geschichte gezogen, die mit der

mythischen Erschaffung eines Golems zu tun hat. Alte Papiere, die in der Salzburger

Universitätsbibliothek lagerten, sollen den Schlüssel zur Erschaffung eines

menschlichen Wesens bloß mit Hilfe von hebräischen Buchstaben sein, die, wie

Kabbalisten über Jahrhunderte zu erforschen suchten, in ganz bestimmter

Reihenfolge zu sprechen sind.

Der Leser bewegt sich ganz plötzlich in einem jüdischen Umfeld und zwischen den

Städten Salzburg und Wien. Der Roman ist genau genommen eine überaus

spannende Kriminalgeschichte, doch in unaufdringlicher, weil nämlich ganz

natürlicher Weise bringt einem der Autor jüdische Traditionen nahe. Diese enden

keineswegs irgendwo in der Vergangenheit, sondern führen ins heutige Österreich,

holen den Nahostkonflikt heran und involvieren sogar den Mossad.

Fürst kommt in Besitz des besagten Manuskriptes, das jedoch ein Kollege,

Gerschom Herzig, ursprünglich aus der Bibliothek entwendet hat. Dass Herzig

eigentlich nicht der ist, als den Fürst in kannte, wird im Laufe des Romans immer

klarer. Am Anfang steht ein Bombenanschlag auf die israelische Botschaft, bei der

ein hochrangiger Diplomat stirbt, Fürst, der mehr oder weniger zufällig anwesend ist,

mit viel Glück unverletzt davonkommt und die rätselhafte Rut Landau die Bühne des

Geschehens betritt.

Welche Rolle Rut für Michael und für den Mossad spielt, was Gerschom Herzig

vorhat, welche Verbrechen dahinterstehen, in welcher Weise sich die alten

chassidischen Herren einbringen und was das alles mit dem Golem zu tun hat … das

werde ich nicht verraten.

Das Buch ist spannend bis zum Schluss. Langer schreibt aus einer allwissenden

Erzählposition heraus und wechselt sehr rasch die Perspektive: einmal folgen wir

Michael Fürst, dann gehen wir mit Rut, und auf der nächsten Seite lesen wir die

Gedanken von Gerschom Herzig. Die Geschichte wird linear erzählt, doch manchmal

greifen die Handlungsstränge zeitlich ineinander, weil sie aus unterschiedlichen

Perspektiven erzählt werden. An manchen Stellen mag man das Gefühl haben, hier

wurde einfach jeder mögliche Aspekt jüdischen Lebens hineingepackt, doch

entspricht dies wohl der Realität: da kommt der Ewiggestrige ebenso vor wie die

Orthodoxen, israelische Geheimagenten und palästinensische Terroristen ebenso

wie der Goj (Nicht-Jude), der eine Menge ins Rollen bringt, und die Erschaffung des

Golems verleiht dem Buch ein märchenhaftes Element.

LitGes, August 2010