Überparteilich, nicht neutral: Fragmente zur politischen Geschichte des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" (Edition Zeitgeschichte) | Cover
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Überparteilich, nicht neutral: Fragmente zur politischen Geschichte des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" (Edition Zeitgeschichte) [hardcover]

von: Dieter Schiller


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Auflage: 2009.

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ISBN-13: 9783897068421, ISBN-10: 3897068427

hardcover: 330 Seiten

Verlag: Homilius, K

Erscheinungsjahr: 2009

Größe: 22,0 cm x 14,0 cm x 2,6 cm

Gewicht: 422 g

Kurzbeschreibung:

„Kinder singen deutsch, Mütter sprechen deutsch. Ich bin überglücklich (.)

Inmitten all der Ruinen ist doch unser Leben, unsere Heimat“, so Johannes R.

Becher, um den es in diesem zweiten Band zur Geschichte des Kulturbundes

vorwiegend gehen wird, im Jahr 1945, kurz nach seiner Rückkehr aus dem Exil

nach Deutschland. Schon im Juni 1945 war Becher Mitbegründer des

Kulturbundes als „einziger geistiger Erneuerungsbewegung“ in Deutschland.

Dass er im sowjetischen Exil auch den Eishauch der Stalin’schen Säuberungen

zu spüren bekommen hatte, muss Becher für die spätere Zeit geprägt haben.

Verstand sich der Kulturbund vor allen Dingen in der Anfangszeit als

Sammelbecken aller demokratischen Kräfte in Gesamtdeutschland, geriet er

zunehmend „in die Schützengräben des Kalten Krieges“. Der Kommunist

Becher konnte sich den Avancen der SED nicht verschließen, verlor aber auf

diesem Wege viele Mitstreiter. Trotzdem sollte der Dichter der DDRNationalhymne

eine durchaus differenzierte Rolle als DDR-Kulturminister und

Kulturbund-Präsident spielen, Hans Mayer schreibt in seinen Erinnerungen

sogar, als Kulturminister sei Becher ein „Glücksfall“ gewesen, und bei dem

amerikanischen Historiker Norman M. Naimark liest man, Becher sei entschlossen

gewesen, den Bund von der Partei unabhängig zu halten und ihm

eine eigene nationale, allen demokratischen Kräften der Gesellschaft, auch

den Christdemokraten und parteilosen Intellektuellen, offen stehende Identität

zu verleihen. Das war vor 1948.

Zutreffend, aber wenig schmeichelhaft wurde Becher später als

„Kaisergeburtstagsdichter“ tituliert. Und an den Ereignissen vor allen Dingen

im Herbst 1956 zerbrach Becher.

Becher war die tragische Figur jener Jahre.

Als Luise Rinser im Februar 1951 ihrem Freund Becher nahelegt, ihre gegenseitigen

Beziehungen abzubrechen, mündet ihr nachdenkliches Abschiedswort

in dem Satz: „Du bist zwar ein berühmter Mann, aber Du hast keine Macht“.

Und damit hatte sie recht.