Urban Mining: Die Stadt als Bergwerk der Zukunft | Cover
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Urban Mining: Die Stadt als Bergwerk der Zukunft [hardcover]

von: Leopold Lukschanderl


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ISBN-13: 9783854931928, ISBN-10: 3854931921

hardcover: 160 Seiten

Verlag: Holzhausen Verlag

Erscheinungsjahr: 2011

Größe: 23,6 cm x 15,8 cm x 2,2 cm

Gewicht: 120 g

Kurzbeschreibung:

Nominiert zum "Umweltbuch des Jahres".

In Mitteleuropa verbraucht jeder Einwohner rein rechnerisch täglich etwa

40 Kilogramm Bodenschätze und Rohstoffe: Sand und Kies, Erdöl, Gas

und Kohle, aber auch Holz, Kunststoff und Metalle. Diesen natürlichen

Ressourcen verdanken wir unseren hohen Lebensstandard. Der alltägliche

Konsum sorgt aber auch dafür, dass die Lagerstätten an natürlichen

Rohstoffen kontinuierlich schrumpfen, während gleichzeitig der

Materialbestand um uns herum rasant zunimmt.

Fachleute sprechen vom wachsenden „anthropogenen Lager“ oder

„Konsumlager“. Das vom Menschen angelegte Lager von Kupfer, so der

Sachverständigenrat für Umweltfragen der deutschen Bundesregierung, ist

heute schon größer als die verbleibenden natürlichen Reserven. In einem

Einfamilienhaus befinden sich etwa zehn Tonnen Eisen. Unser Alltag ist

geprägt von eisenhaltigen Produkten, in welchen das Eisen oft Jahrzehnte

gebunden ist. Jeder von uns vergrößert unbewusst das Lager an Eisen um

etwa 240 kg pro Jahr in Form von Infrastruktur und Gebrauchsgütern.

In Österreich sind jederzeit rund 2,3 Millionen Tonnen in Gebäuden, 8,2

Millionen Tonnen in Straßen, und jeweils etwa zehn Millionen Tonnen in

Gebäuden bzw. Kfz gebunden. Pro Person verbrauchen die Österreicher im

Jahr 417 kg Eisen, davon werden aber nur 169 kg zurück gewonnen – der

Rest verbleibt im „Konsumlager“.

Solche Fakten werfen naheliegende Fragen auf: Warum besinnen wir uns

nicht auf die Rohstoffe, die wir bereits bezahlt haben? Warum nutzen wir

nicht verarbeitete und verbaute Materialien erneut und immer wieder?

Experten sprechen längst von „Urban Mining“. Ein Begriff für die Tatsache,

dass jede dichtbesiedelte Stadt in einem industrialisierten Land eine riesige

Rohstoffmine ist. Zum Beispiel befinden sich in der Stadt Wien gegenwärtig

pro Person etwa 4.500 kg Eisen, 340 kg Aluminium, 200 Kg Kupfer, 40 kg

Zink oder 210 kg Blei.

„Urban Mining“

Ziel von „Urban Mining“ ist das Erkennen von Wertstoffen in Gebäuden

und der Infrastruktur, noch bevor diese zu Abfall werden und sie zukünftig

als Sekundärrohstoffe zu nutzen. Dadurch müssen weniger natürliche

mineralische Rohstoffe abgebaut werden. So werden die natürlichen

Lagerstätten geschont, der Schadstoffausstoß minimiert und Energie

eingespart. Für die Rückgewinnung von Sekundäraluminium werden

beispielsweise nur fünf Prozent jener Energie eingesetzt, welche für die

Herstellung von Primäraluminium benötigt wird.

„Urban Mining“ unterstützt auch die Wirtschaft. Die Rohstoffpreise

hängen von Angebot und Nachfrage ab. Durch den zunehmenden

Verbrauch an Bodenschätzen reduzieren sich die natürlichen Lagerstätten –

steigende Preise sind die Folge. „Urban Mining“ sorgt dafür, dass auch den

nachfolgenden Generationen noch Rohstoffe zur Verfügung stehen

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