Keiner kommt davon: Zeitgeschichte in der Literatur nach 1945 | Cover
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Keiner kommt davon: Zeitgeschichte in der Literatur nach 1945 [Gebundene Ausgabe]

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Kurzbeschreibung
Kommt Geschichte ohne Literatur aus?

Im Grenzbereich von Literatur und Zeitgeschichte entsteht ein interessantes Spannungsfeld.

Bei dem Sammelband handelt es sich um eine auf Systematik und Repräsentativität abzielende Erkundung des Verhältnisses von Gegenwartsliteratur zur Zeitgeschichte seit dem "Dritten Reich". Er ist aus einer am Deutschen Literaturarchiv in Marbach durchgeführten gleichnamigen, "sehr konzentrierten und diskussionsfreudigen" (FAZ) Tagung im März 2007 hervorgegangen. Die einzelnen Beiträge stellen nicht nur spezifische Aspekte dar, sondern reflektieren explizit auf die Spezifika der Literatur und ihre Situation im Spannungsfeld von Zeitgeschichte und Erinnerungs-/Gedächtnisdiskurs, aber auch in Relation zu massenmedialen Angeboten mit ihren melodramatischen Inszenierungen. Der Band fragt mithin nach den spezifischen Konstitutionsbedingungen von Literatur in ihrem Verhältnis zur Zeitgeschichte, dies mit dem Interesse, Literatur wie Zeitgeschichte aus der allzu selbstverständlichen Unterordnung unter den Gedächtnisdiskurs herauszunehmen und in ihnen das Moment größerer Zukunftsoffenheit herauszuarbeiten.

Dazu werden von international bekannten Wissenschaftlern ebenso wie von expertischen Nachwuchskräften zum einen die Leistungen spezifischer Genres befragt - (Auto)Biographik, "Aufbauromane", dokumentaristische Formen, Familien- und transgenerationale Romane, Alternativgeschichten, aber auch Unterhaltungsliteratur. Zum anderen stehen exemplarische Autorinnen und Autoren im Fokus: Tanja Dückers, Judith Kuckardt, Christa Wolf, Kurt Drawert, Rainald Goetz, Günter Grass, Walter Kempowski, Michael Kleeberg, Alexander Kluge, Ingo Schulze, Uwe Timm, Hans Ulrich Treichel, Martin Walser u.a.m. Zeitgeschichte wird dabei nicht auf lediglich die Frage nach dem Nationalsozialismus eng geführt, sondern es werden ebenso Stationen und Ereignisse danach, wie Flucht/Vertreibung, die Aufbaukampagnen in der SBZ/DDR, das Wirtschaftswunder, 1968 und die "RAF", sowie die Wende in den Blick genommen.

Besonders hervorzuheben ist der bei der selbstverständlich gebotenen wissenschaftlichen Skrupulosität allen Beiträgen eigene Duktus guter Lesbarkeit auch für interessierte Nichtfachleute.

Die Herausgeber haben in ihren jeweiligen Fachgebieten - Neuere deutsche Literatur und Neuere Geschichte - seit Jahren einschlägig gearbeitet. Zuletzt haben sie den über die jeweiligen Fachkulturen hinaus beachteten Band "Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert" (2005) herausgegeben.

Inhalt

Einleitung(en)

Perspekt iven und Gattungsvarianten

Marc Silberman (Madison, Wisc.): Spuren der Zeitgeschichte in Zukunftsphantasien früher DDR-Gegenwartsromane

Erhard Schütz (HU Berlin): Wie alternativ sind Alternativgeschichten? U. a. Michael Kleebergs Ein Garten im Norden

Björn Weyand (Frankfurt a.M.): Jetztzeitarchivalik

Peter Fritzsche (Urbana-Champaign, Ill.): Das Kind als Vermittler von Wissen über den Nationalsozialismus

Michael Braun (Bonn): Wem gehört die Geschichte? Grass, Timm, Dückers

Matthias Uecker (Nottingham): Arbeiten an der Geschichte. Formen der Geschichtsdarstellung in Alexander Kluges Geschichten

Raul Calzoni (Bergamo): Aus Zettelkasten und Archiv. Walter Kempowskis Projekt Echolot

Phasen und Einschnitte

Andy Hahnemann (HU Berlin): Wettlauf ins Nichts. Die heiße Zukunft des kalten Kriegs in der Unterhaltungsliteratur der fünfziger Jahre

Katja Stopka (Potsdam): Vertriebene Erinnerung. Transgenerationale Nachwirkungen von Flucht und Vertreibung im literarischen Gedächtnis

Helmut Mörchen (Bad Münstereifel): Wirtschaftswunderland?

Steffen Martus (Kiel): 1968 - Teilnehmer- und Beobachtungsperspektiven auf ein literarisches Datum

Thomas Wegmann (HU Berlin): Zellenbildung. Zum Terrorismus der siebziger Jahre in der deutschsprachigen Literatur

Elke Brüns (Greifswald): Die Ökonomie der Wende

Jetztzeit

Meike Herrmann (Berlin): Erinnerungsliteratur ohne sich erinnernde Subjekte - der Nationalsozialismus im Spannungsfeld von Geschichte und Erinnerung in der jüngsten deutschen Literatur

Elena Agazzi (Bergamo): Nationales Gedächtnis in Deutschland und Italien nach 1945. Erzählte Generationenfragen

Alexandra Tacke (Berlin): Unmasking Hitler: das Spiel mit den Masken des Bösen

Beiträger

Elena Agazzi, Michael Braun, Elke Brüns, Raul Calzoni, Peter Fritzsche, Andy Hahnemann, Meike Hermann, Steffen Martus, Helmut Mörchen, Marc Silberman, Katja Stopka, Alexandra Tacke, Matthias Uecker, Thomas Wegmann, Björn Weyand.

Erhard Schütz ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Instituts für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin.

Dr. Wolfgang Hardtwig ist Professor für Neuere Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Kulturgeschichte der Neuzeit.

Produktdetails

ISBN: 3525208618, EAN: 9783525208618

Gebundene Ausgabe: 287 Seiten

Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht

Veröffentlicht im: Oktober 2008

Größe: 23,6 cm x 16,2 cm x 2,4 cm

Gewicht: 631 g

Lagerort: Buchmarie, 64293 Darmstadt, Bunsenstr. 14a

Regal: 30932

Bestellnummer: 813282_2ae